Concert Hall Liepaja, Latvia

Great Amber

 

Konzerthaus GREAT AMBER als neues Wahrzeichen für Liepaja

GREAT AMBER /"Großer Bernstein“ ist der Name der neuen Konzerthalle. Mit 1024 Sitzplätzen ist es die größte Konzerthalle des Baltikums. Ihr Bau wurde 1896 (!) beschlossen. Mehr als hundert Jahre später, 2015, wurde die Konzerthalle Realität.

"Volker Giencke & Company Architekten" - Graz/Österreich, gewannen den internationalen Wettbewerb Ende 2003.
Die Konzerthalle "Great Amber" wurde bereits 2004 auf der Architekturbiennale in Venedig ausgestellt. Das Konzerthaus ist eine Betonskulptur, eingehüllt und umgeben von einer selbsttragenden, verschieden geneigten bernsteinfärbigen Glasfassade. Die Fassade besteht aus miteinander verspannten Breitflachstählen, die im Dachbereich an die Betonskulptur anschließen (auf der Betonskulptur aufliegen). Konstruktiv ist das Bauwerk ein Stahlbeton-Faltwerk mit einer doppelschaligen Glasfassade und innen liegender Stahlkonstruktion.

Bernstein ist erstaunlich transparent, besonders dann, wenn es ein Insekt als Fossil einschließt. Verglichen damit formt die doppelschalige Fassade der Konzerthalle eine Hülle, die ein Mikroklima schafft in welchem die verschiedenen Funktionen als räumliche Implantate eingeschlossen sind: der große Konzertsaal, der Kammermusiksaal, die Experimentierbühne, der Musikclub, die Musikschule etc. und die „Civita Nova“, als Aufführungsort und Bühne für die Menschen von Liepaja.
Das akustische Konzept hat Volker Giencke gemeinsam mit Karlheinz Müller /Müller BBM entwickelt. Ergebnis ist eine hervorragende Akustik, aufbauend auf dem ovalen, terrassenförmigen Weinbergprinzip. Helmholtzresonatoren und ein sehr großer, in seiner Höhe adjustierbarer Klangreflektor sind wichtige Bestandteile des akustischen Projektes.
Ebenso ist Licht ein wesentliches Gestaltungselement beim "Great Amber". 14 hochglanzverspiegelte Lichtröhren durchstoßen das Dach und fluten den Konzertsaal mit Tageslicht. Sie schaffen eine einzigartige räumliche Atmosphäre. Die Konzerthalle kann auch für Kongresse Ausstellungen und Empfänge adaptiert werden, indem der Orchestergraben und das geneigte Parkett hochgefahren wird.
Als die budgetären Probleme irgendwie gelöst waren, passierte schicksalshaft die ökonomische Krise in 2008.
Die Herstellungskosten wurden halbiert, erst 2013 wurde mit dem Bau begonnen. Weder die Höhe der Herstellungskosten noch der veranschlagte Zeitplan von 2 Jahren, für die Ausführung, wurden überschritten.
Neben der besonderen Architektur und der bestmöglichen Akustik für klassische Konzerte, war es das Ziel, Liepaja und seinen Bewohnern mit der neuen Konzerthalle eine neue, kulturelle Identität zu geben. 
Diese symbolhafte Wirkung unterstreicht, dass der "Great Amber" eine Verbindung mit der Stadt eingeht, die sowohl architektonisch als auch inhaltlich überzeugt. Ein neues Wahrzeichen für das heutige Liepaja.

 

Dedalo Minosse 2017

Idea-Tops Nomination Award 2016 - China 

American Architecture Prize 2016
European Concrete Award 2016, 2nd prize
Chicago Athenaeum - International Architecture Award 2016
Latvian Architecture Award 2016
Architizer A+ Award Winner 2016
- New York

 

 

Great Amber - Projekt

Fotos: Indriķis Stūrmanis, Aigars Prūsis